Titelbild zum Artikel Elf Fahrzeuge, die Leben retten

11.12.2025

Elf Fahrzeuge, die Leben retten

Die 110. Hilfslieferung durch 1019.ch: Im Oktober brachte das Ukraine-Hilfsprojekt des Schw. StV elf Fahrzeuge in die Ukraine. Zu einfachen Ambulanzen umgerüstet, werden diese schon bald nahe der Front Leben retten. Es war schon die zweite Lieferung dieser Art und weitere werden nötig sein. 

Martin Fussen v/o Monty

Seit einem halben Jahr greift Russland vermehrt Ambulanzen in der Ukraine an. Deutlich als Rettungswagen, Feuerwehrfahrzeuge oder UN-Lastwagen gekennzeichnete Fahrzeuge werden mit Drohnen gejagt. Auch sogenannte Double-Tap-Attacken, bei denen ein Ziel im Abstand von 30 Minuten zweimal beschossen wird, um beim zweiten Angriff die Ersthelfer zu töten, kommen mehr und mehr vor. Insbesondere nahe der Front im Osten der Ukraine sind Rettungsfahrzeuge inzwischen Mangelware und immer wieder können schwer verwundete Soldaten und Zivilisten erst spät – manchmal zu spät – geborgen werden. Jedes zusätzliche Rettungsfahrzeug, ob professionelle Ambulanz oder behelfsmässig umgerüsteter Pick-up, kann hier zum Lebensretter werden.

Mit Partnern aus Deutschland haben wir von 1019.ch im Oktober bereits zum zweiten Mal Fahrzeuge in die Ukraine gebracht und übergeben (die erste SUV-Lieferung erfolgte im Juli dieses Jahres). Die elf Fahrzeuge aus der Oktoberlieferung, von denen 1019.ch dank vieler grosszügiger Spenden aus dem Schw. StV fünf finanzieren konnte, werden aktuell in der Ukraine auf ihren Einsatz vorbereitet. Die Autos werden entkernt, gepanzert und anschliessend mit einer Liege, medizinischem Equipment, Funk und teils Drohnenstörsendern ausgestattet. Ab November stehen sie dann nahe der Front im Einsatz.

Ein Krankenwagen nach russischem Drohnenangriff in Cherson. (Foto: Regionalverwaltung Cherson)

Zusammen mit Markus Schmid v/o Ferments Frau Franziska und Peter Szabó v/o Sapkas Arbeitskollegen Niklas startete meine Tour am frühen Morgen des 9. Oktobers in der Nähe von Speyer in Deutschland auf einer schmucklosen Autobahnraststätte. Hier trafen wir uns mit den Kollegen von Pickup4Ukraine.org. Diese hatten sowohl ihre sechs als auch unsere fünf Autos in den Monaten vor der Überführung auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt beschafft, anschliessend überprüft, repariert und zugelassen. In einer Gruppe von 23 Fahrern ging es nach Polen, wo wir in unmittelbarer Nähe zur ukrainischen Grenze übernachteten. Am nächsten Tag stand der Übertritt über die Grenze an, der dank unseren deutschen Freunden und ihrem Organisationstalent reibungslos verlief. Nach der Grenze trennten sich unsere Wege. Ein Grossteil der Fahrer fuhr nach Kyiv, Niklas und ich nach Lviv, wo wir eines der fünf Fahrzeuge an eine ukrainische Organisation übergaben, die es dann weiter nach Charkiw transportierte. Die zwei Tage in Lviv verbrachten wir mit einem Besuch des sich leider permanent ausdehnenden Soldatenfriedhofs, einem Abendessen mit Nadiya von der Verbindung Obnova Lviv, die massgeblich an der Entstehung des StV-Ukraineprojektes beteiligt war, und einer Führung durch eine Autowerkstatt, in der gerade ein Auto aus der ersten Lieferung gepanzert wurde.

Meine fünfte Ukrainereise war, wie jede, ein Auf und Ab der Gefühle. Ich bin froh und stolz, dass wir dank der unerschütterlichen Spendenbereitschaft der StVerinnen und StVer weiterhin gezielt und effizient helfen können. Es macht mich aber auch unglaublich traurig und wütend, zu sehen, wie gerade Sanitäter oder Feuerwehrleute zunehmend häufig Ziel perfider russischer Angriffe werden.

Die elf überführten Fahrzeuge werden zu Ambulanzen umgerüstet. (Foto: zVg) 

Zusammenarbeit mit Stiftungen

Die finanziellen Mittel unserer Aktion sind zurzeit sehr knapp. Deshalb sind wir auf Eure Unterstützung angewiesen. Neben persönlichen Spenden (alle Infos auf 1019.ch) oder der Berücksichtigung von 1019.ch in Legaten sind wir auch an der langfristigen Zusammenarbeit mit Stiftungen interessiert. Wir arbeiten bereits seit 2023 mit mehreren Stiftungen zusammen und können von uns ein detailliertes, lückenloses Reporting anbieten. Wenn Ihr selbst in einem Stiftungsrat Einsitz habt oder Kontakte herstellen könnt, meldet Euch bitte bei uns. 

Kontakt von Monty: martin@fussen.ch / +41 78 759 72 06

(Spendenangaben ganz unten im Beitrag)

Spenden könnt Ihr auf folgendes Konto:

IBAN: CH12 8080 8004 1651 2857 5

Schweizerischer Studentenverein 

6020 Emmenbrücke

Vermerk: 1019 – Ukraine

BIC: RAIFCH22B77

 

Oder online via Twint hier: https://1019.ch/#Spenden

 

Reisebericht verfasst von Martin Fussen v/o Monty.

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